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Infos für Journalisten, Gastronomen und Feinzüngler.
Wie wird man Trüffelsucher?
Ganz
einfach : Du kaufst Dir einen möglichst teuren Trüffelhund mit Papieren.
Irgend ein Schwager von einem Amico kennt sicher einen, der einen kennt,
der weiß wer einen Trüffelhund verkauft.
Du besorgst Dir einen Wohnsitz in Italien und ein Buch über die Trüffel
- gibt´s in Italienisch, lernst etwas Italienisch und das Buch auswendig,
holst Dir die Broschüre mit den Prüfungsfragen - gibt`s in Italienisch
und bei der Forstbehörde - und meldest Dich zur Prüfung an. Diese ist
schriftlich und mündlich.
Dann bekommst Du nach einem halben, einem ganzen oder auch erst nach zwei
Jahren die Nachricht ob, wann und wo die Prüfung stattfindet. Spreche
bei der mündlichen Prüfung möglichst undeutlich, dann meinen die anderen
Du wärst aus den Bergen und haben Mitleid mit Dir.
Wenn Du die Prüfung bestanden hast, zahlst Du 90 € und kannst den "tesserino", den Schein nach ca. vier Wochen
bei der Forstbehörde abholen. Dazu benötigst Du allerdings von Deiner
Gemeinde in Italien eine Bestätigung, aus der hervorgeht, daß der auf
dem Bild in Deinem Paß auch Du bist. Und zwei Fotos- und eine Steuermarke
von 10 €. Und die Quittung für die vorher erwähnten
90 €. Wenn Du dann noch die Öffnungszeiten der Forstbehörde herausbekommst,
steht der Abholung nichts mehr im Weg.
Der Hund ist mittlerweise schon restlos verzogen aber er kann immerhin
schon Schappi von Cesar in der geschlossenen Dose unterscheiden. Dann
kaufst Du Dir noch eine Vanghetta, eine Art Lanze, die Du zum Grabenhelfen
brauchst, holst die älteste Hose, den ältesten Pulli und die verbeulte
Überlebensjacke aus dem Faschingsfundus, setzt eine alte Kappe und Dein
coolstes Pokerface auf. Dann geht`s los in die Wälder, durch die Auen.
auf der Suche nach Bianchetti im Februar (weiße Frühjahrstrüffeln)
Der Hund - un maschio - verfolgt wie wild die erste Spur, schnüffelt,
daß er sich fast verschluckt - und pinkelt. Das geht so weiter - one drop
only - und nach zwei Stunden bist Du fix und fertig, denn der Hund läuft
den Hang hinauf - Du hinterher - wieder herunter - Du hinterher. Er scharrt
kein einziges Mal wie ein Trüffelhund eigentlich zu scharren hätte - nur
hin und wieder symbolisch sein Häuferl weg. Nichts - nichts - nichts.
Also schnell ins Feinkostgeschäft im Städtchen und ein paar Trüffeln gekauft
- und ein paar malerische Fundstellenbeschreibungen ausgedacht - für "Mitesser".
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